Rechnungen als Freelancer: So stellen Sie professionelle Rechnungen
Als Freelancer sollte das Thema Bezahlung kein Stressfaktor sein. Dennoch verlieren viele Selbstständige Geld durch mangelhafte Rechnungsstellung — unklare Leistungsbeschreibungen, fehlende Zahlungsbedingungen oder schlicht vergessene Rechnungen.
Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie als Freelancer professionell abrechnen.
Pflichtangaben auf der Freelancer-Rechnung
Jede Rechnung muss gemäß § 14 UStG folgende Angaben enthalten:
- Ihr vollständiger Name bzw. Firmenname mit Anschrift und Kontaktdaten
- Name und Anschrift des Auftraggebers
- Rechnungsnummer — Fortlaufend oder datumsbasiert
- Rechnungsdatum und Fälligkeitsdatum
- Detaillierte Leistungsbeschreibung — Was wurde geleistet, wie lange, und zu welchem Preis
- Rechnungsbetrag (netto, USt und brutto)
- Zahlungsart — Bankverbindung (IBAN/BIC) oder alternative Zahlungswege
- Zahlungsbedingungen — Zahlungsziel (z. B. 14 Tage, 30 Tage netto)
- Steuernummer oder USt-IdNr.
Stunden- vs. Projektabrechnung
Stundenbasierte Abrechnung
Geeignet für: laufende Aufträge, Wartung, Beratung, Projekte mit unklarem Umfang.
Ihre Leistungspositionen sollten so aussehen:
| Beschreibung | Stunden | Stundensatz | Betrag |
|---|---|---|---|
| Fehlerbehebung Website | 3,5 | 85 €/Std. | 297,50 € |
| Kundengespräch | 1 | 85 €/Std. | 85,00 € |
| Code-Review | 2 | 85 €/Std. | 170,00 € |
Tipp: Erfassen Sie Ihre Zeiten zeitnah während der Arbeit — nicht aus dem Gedächtnis am Monatsende. Tools wie Toggl oder einfache Stundenzettel vermeiden Diskussionen.
Projektbasierte Abrechnung
Geeignet für: klar definierte Leistungen, Designprojekte, Einzelaufträge.
| Beschreibung | Menge | Preis | Betrag |
|---|---|---|---|
| Redesign der Startseite | 1 | 2.500 € | 2.500 € |
| Logodesign (3 Entwürfe) | 1 | 800 € | 800 € |
| Markenrichtlinien (PDF) | 1 | 400 € | 400 € |
Tipp: Bei größeren Projekten empfiehlt sich eine Meilensteinabrechnung: 50 % bei Beauftragung, 25 % nach Zwischenabnahme, 25 % bei Endabnahme.
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7 Abrechnungsfehler, die Freelancer bares Geld kosten
1. Rechnungen zu spät stellen
Je länger Sie warten, desto weniger Priorität hat die Zahlung beim Auftraggeber. Stellen Sie die Rechnung am Tag der Leistungserbringung — oder legen Sie einen festen wöchentlichen Rechnungstag fest (z. B. jeden Freitag).
2. Unklare Leistungsbeschreibungen
Schlecht: „Designleistungen — 2.000 €"
Gut: „Redesign E-Commerce-Startseite — responsives Layout, Hero-Bereich, Produktraster, Footer — 2.000 €"
Detaillierte Beschreibungen reduzieren Rückfragen und Zahlungsstreitigkeiten.
3. Fehlende Zahlungsbedingungen
Ohne klare Zahlungsziele zahlen Auftraggeber, wann es ihnen passt. Geben Sie immer ein konkretes Zahlungsziel an (z. B. „Zahlbar innerhalb von 14 Tagen" oder „30 Tage netto").
4. Auslagen nicht erfassen
Wenn Sie für ein Kundenprojekt Stockfotos, Hosting oder Software bezahlt haben, führen Sie diese als separate Positionen auf oder fügen Sie die Belege bei.
5. Umsatzsteuer vergessen
Falls Sie umsatzsteuerpflichtig sind, muss die USt (19 % bzw. 7 %) auf jeder Rechnung ausgewiesen werden. Prüfen Sie auch, ob die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) für Sie gilt.
6. Keine Regelung für Zahlungsverzug
Vermerken Sie Ihre Verzugsbedingungen auf der Rechnung: „Bei Zahlungsverzug werden Verzugszinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz berechnet (§ 288 BGB)." Das allein fördert die pünktliche Zahlung.
7. Nicht nachfassen
Gehen Sie nicht davon aus, dass die Überweisung unterwegs ist. Senden Sie 3 Tage vor Fälligkeit eine freundliche Zahlungserinnerung und fassen Sie bei Zahlungsverzug sofort nach.
Umgang mit säumigen Auftraggebern
Ein systematisches Vorgehen:
- Am Fälligkeitstag — Kurze, freundliche Zahlungserinnerung senden
- 3 Tage überfällig — „Ich wollte sichergehen, dass Sie die Rechnung Nr. XXX erhalten haben"
- 7 Tage überfällig — Direkte Nachfrage: „Rechnung Nr. XXX ist nun überfällig. Bitte veranlassen Sie die Zahlung zeitnah."
- 14 Tage überfällig — Verzugszinsen berechnen und Mahnung senden
- 30+ Tage überfällig — Letzte Mahnung vor weiteren Maßnahmen. Ggf. weitere Aufträge pausieren.
Präventionstipp: Verlangen Sie von Neukunden eine Anzahlung von 50 %. Das filtert unzuverlässige Auftraggeber heraus.
Den richtigen Stundensatz kalkulieren
Ihr Stundensatz bestimmt alles auf Ihrer Rechnung. Eine bewährte Methode:
- Ziel-Jahresbruttoeinkommen festlegen (z. B. 70.000 €)
- Nicht-fakturierbare Zeit einrechnen — Nur ca. 60 % Ihrer Zeit ist abrechenbar (Verwaltung, Akquise, Weiterbildung)
- Durch fakturierbare Stunden teilen — 1.720 Arbeitsstunden × 60 % = ca. 1.030 fakturierbare Stunden
- Mindeststundensatz — 70.000 € ÷ 1.030 = ca. 68 €/Std.
Dann nach oben anpassen für:
- Ihre Berufserfahrung und Spezialisierung
- Branchenübliche Sätze
- Projektumfang und -komplexität
- Dringlichkeit
Checkliste für Ihre Freelancer-Rechnung
Vor dem Versand prüfen:
- Eigene Kontaktdaten und Steuernummer korrekt
- Name und Anschrift des Auftraggebers stimmen
- Rechnungsnummer ist eindeutig und fortlaufend
- Alle Leistungspositionen sind klar beschrieben
- Stunden/Mengen und Sätze stimmen
- USt ist korrekt ausgewiesen (falls zutreffend)
- Zahlungsziel und Fälligkeitsdatum sind angegeben
- Bankverbindung (IBAN/BIC) ist enthalten
- Logo ist eingefügt (optional, aber professionell)
- Sie haben eine Kopie für Ihre Unterlagen gespeichert
Fazit
Die beste Abrechnungsgewohnheit ist Regelmäßigkeit. Legen Sie einen festen Rhythmus fest (wöchentlich oder pro Projekt), verwenden Sie eine professionelle Vorlage und fassen Sie konsequent nach.
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