Zahlungsarten auf der Rechnung: Welche Optionen Sie anbieten sollten
Die Zahlungsart, die Sie auf Ihrer Rechnung angeben, beeinflusst direkt, wie schnell Sie Ihr Geld erhalten. Bieten Sie zu wenige Optionen an, verzögern Auftraggeber die Zahlung. Bieten Sie die richtigen an, kommt das Geld deutlich schneller.
Gängige Zahlungsarten im Vergleich
| Methode | Dauer | Gebühren | Ideal für |
|---|---|---|---|
| SEPA-Überweisung | 1 Tag | Kostenlos | Standard im DACH-Raum, B2B |
| Auslandsüberweisung (SWIFT) | 1–3 Tage | 15–50 € | Internationale Großbeträge |
| PayPal | Sofort | 2,49 % + 0,35 € | Freelancer, internationale Kunden |
| Kreditkarte | Sofort | 1,5–3 % | Kleinere Beträge, schnelle Zahlung |
| Stripe | 2 Tage | 1,5 % + 0,25 € (EU) | Online-Geschäft, wiederkehrend |
| Wise (TransferWise) | 1–2 Tage | 0,5–1,5 % | Internationale Zahlungen |
| Lastschrift (SEPA-Mandat) | 2–3 Tage | Gering | Wiederkehrende Zahlungen |
| Rechnung per Vorkasse | Variiert | Kostenlos | Neukunden, höhere Beträge |
SEPA-Überweisung
Ideal für: Geschäftskunden im DACH-Raum, Standard bei B2B.
Die SEPA-Überweisung ist die mit Abstand häufigste Zahlungsmethode im deutschen Geschäftsverkehr. Gebührenfrei und zuverlässig — Sie müssen lediglich Ihre Bankverbindung angeben:
- Kontoinhaber
- IBAN
- BIC (bei internationalen Überweisungen)
- Name der Bank
Tipp: Erstellen Sie einen standardisierten Zahlungshinweis und fügen Sie ihn auf jeder Rechnung ein.
PayPal
Ideal für: Internationale Freelancer, Auftraggeber, die Bequemlichkeit schätzen.
Vorteile:
- Weltweit verbreitet und akzeptiert
- Auftraggeber können auch ohne PayPal-Konto per Kreditkarte zahlen
- Sofortige Benachrichtigung bei Zahlungseingang
Nachteile:
- 2,49 % + 0,35 € pro Transaktion summieren sich
- Zusätzliche Gebühren bei Währungsumrechnung
- Streitfall-/Rückbuchungsrisiko
Kreditkartenzahlung
Ideal für: Kleine bis mittlere Rechnungsbeträge, Auftraggeber, die sofort zahlen möchten.
Um Kreditkartenzahlungen zu akzeptieren, benötigen Sie einen Zahlungsdienstleister wie Stripe, Square oder PayPal. Fügen Sie einen Zahlungslink auf Ihrer Rechnung ein oder vermerken Sie „Kreditkartenzahlung möglich über [Anbieter]."
Welche Zahlungsarten sollten Sie anbieten?
Minimum: SEPA-Überweisung + eine digitale Option (PayPal oder Stripe).
Empfohlene Kombination:
- SEPA-Überweisung — Für Auftraggeber, die den klassischen Weg bevorzugen
- PayPal oder Stripe — Für Bequemlichkeit und Schnelligkeit
- Wise — Bei internationalen Auftraggebern (niedrigere Gebühren als PayPal)
Zahlungshinweis auf der Rechnung formulieren
Geben Sie die Zahlungsinformationen klar in einem eigenen Abschnitt an:
Zahlungshinweis:
• Überweisung: Musterbank, IBAN DE89 3704 0044 0532 0130 00, BIC COBADEFFXXX
• PayPal: [email protected]
• Wise: [email protected]
Erstellen Sie jetzt eine Rechnung mit klaren Zahlungshinweisen:
Transaktionsgebühren: Wer trägt die Kosten?
Im deutschen Geschäftsverkehr ist die Regelung klar:
- Sie tragen die Gebühren — Am häufigsten. Kalkulieren Sie die Kosten in Ihre Preise ein.
- Auftraggeber trägt die Gebühren — Weniger üblich, aber zulässig. Vermerken Sie deutlich: „Bei Kreditkartenzahlung fällt ein Zuschlag von 3 % an."
- Geteilte Kosten — Selten, aber bei großen Transaktionen möglich.
Hinweis: Seit der PSD2-Richtlinie dürfen für gängige Zahlungsmittel (SEPA-Überweisung, Lastschrift, Kreditkarte) keine gesonderten Entgelte erhoben werden.
Tipps für schnelleren Zahlungseingang
- Digitale Zahlungswege anbieten — Auftraggeber zahlen doppelt so schnell, wenn sie per Klick überweisen können
- Zahlungshinweis auf jeder Rechnung — Zwingen Sie Auftraggeber nicht, Ihre Bankdaten zu suchen
- Zahlungslink einfügen — Bei PayPal oder Stripe einen direkten Zahlungslink angeben
- Skonto anbieten — „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen"
- Zahlungspräferenz erfragen — Fragen Sie Neukunden, wie sie am liebsten bezahlen
Internationale Zahlungen
Wenn Sie Auftraggeber im Ausland abrechnen:
- In deren Währung fakturieren wenn möglich (InvoiceNeat unterstützt 17 Währungen)
- Wise oder PayPal nutzen für niedrigere internationale Überweisungsgebühren
- BIC/SWIFT-Code angeben für Auslandsüberweisungen
- Wechselkursgebühren einkalkulieren in Ihre Preiskalkulation
- Festlegen, wer die Überweisungsgebühren trägt — „Alle Bankgebühren gehen zulasten des Auftraggebers"
- Reverse-Charge beachten — Bei B2B-Leistungen innerhalb der EU entfällt die USt (Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers)
Zusammenfassung
- Bieten Sie mindestens 2 Zahlungsarten an (SEPA-Überweisung + digital)
- Fügen Sie klare Zahlungshinweise auf jeder Rechnung ein
- Berücksichtigen Sie Transaktionsgebühren bei der Preisgestaltung
- Für internationale Auftraggeber Wise oder PayPal statt SWIFT-Überweisung
- Je einfacher Sie die Zahlung machen, desto schneller erhalten Sie Ihr Geld