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Zahlungsziel 30 Tage netto: Bedeutung, Alternativen und Praxistipps

Wer schon einmal eine Rechnung gestellt oder erhalten hat, kennt Angaben wie „30 Tage netto" oder „Zahlbar sofort". Doch was bedeuten diese Zahlungsbedingungen genau, und wie wählen Sie das richtige Zahlungsziel für Ihr Geschäft?

Was bedeutet „30 Tage netto"?

30 Tage netto bedeutet, dass der vollständige Rechnungsbetrag innerhalb von 30 Kalendertagen nach Rechnungsdatum fällig ist. „Netto" bezieht sich dabei auf den Gesamtbetrag — ohne Abzüge oder Teilzahlungen.

Beispiel: Wenn Sie am 1. März eine Rechnung mit dem Zahlungsziel „30 Tage netto" stellen, muss der Auftraggeber bis zum 31. März zahlen.

Gängige Zahlungsbedingungen im Vergleich

ZahlungsbedingungZahlung fälligIdeal für
Sofort fälligBei RechnungseingangNeukunden, kleine Einzelaufträge
7 Tage netto7 TageKleine Aufträge, Handwerk
14 Tage netto14 TageFreelancer, laufende Zusammenarbeit
30 Tage netto30 TageEtablierte Geschäftsbeziehungen (Branchenstandard)
45 Tage netto45 TageGrößere Unternehmen
60 Tage netto60 TageKonzerne, öffentliche Auftraggeber
90 Tage netto90 TageGroße B2B-Transaktionen

Wann „30 Tage netto" verwenden

30 Tage netto ist der Branchenstandard im deutschen B2B-Geschäft. Verwenden Sie dieses Zahlungsziel, wenn:

  • Eine bestehende Geschäftsbeziehung zum Auftraggeber besteht
  • Der Auftragswert ein 30-Tage-Zahlungsziel rechtfertigt
  • Ihr Cashflow einen einmonatigen Zahlungszyklus verkraftet
  • Der Auftraggeber eine zuverlässige Zahlungshistorie hat

Wann NICHT „30 Tage netto" verwenden

Kürzere Zahlungsziele sind sinnvoll bei:

  • Neukunden — Beginnen Sie mit „14 Tage netto" oder „Sofort fällig", bis Vertrauen aufgebaut ist
  • Kleinaufträgen — Bei Projekten unter 500 € lohnt sich das Warten von 30 Tagen oft nicht
  • Engem Cashflow — Wenn Sie das Geld früher brauchen, setzen Sie kürzere Fristen
  • Säumigen Zahlern — Verkürzen Sie die Frist, um sich abzusichern

Zahlungsbedingungen auf der Rechnung angeben

Die Zahlungsbedingungen müssen klar auf jeder Rechnung stehen. Platzieren Sie sie gut sichtbar neben Rechnungsdatum und Fälligkeitsdatum.

Eine einfache Formel:

Rechnungsdatum + Zahlungsziel = Fälligkeitsdatum

  1. März + 30 Tage netto = 31. März

Die meisten Rechnungsgeneratoren berechnen dies automatisch. Probieren Sie es selbst aus:

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Tipps für pünktliche Zahlung

  1. Zahlungsbedingungen klar formulieren — Verstecken Sie das Zahlungsziel nicht im Kleingedruckten
  2. Rechnungen sofort versenden — Die Frist beginnt mit dem Rechnungsdatum, nicht mit der Fertigstellung der Arbeit
  3. Zahlungserinnerung senden — Eine freundliche E-Mail 3–5 Tage vor Fälligkeit wirkt Wunder
  4. Skonto anbieten — „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen" (im deutschen Geschäftsverkehr sehr verbreitet)
  5. Verzugszinsen festlegen — Weisen Sie auf Verzugszinsen hin (§ 288 BGB: 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz bei B2C, 9 Prozentpunkte bei B2B)

Was bedeutet „2 % Skonto, 10 Tage"?

Dies ist eine Skontovereinbarung und bedeutet:

  • 2 % Preisnachlass bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen
  • Voller Betrag fällig innerhalb von 30 Tagen

Bei einer Rechnung über 1.000 € zahlt der Auftraggeber nur 980 €, wenn er innerhalb von 10 Tagen überweist. Skonto ist im DACH-Raum ein bewährtes Instrument zur Verbesserung des Cashflows und wird von vielen Unternehmen genutzt.

Zahlungsverzug: Was tun?

Wenn ein Auftraggeber das Zahlungsziel von 30 Tagen überschreitet:

  1. Tag 1 nach Fälligkeit — Freundliche Zahlungserinnerung senden
  2. Tag 7 — Telefonische oder schriftliche Nachfrage
  3. Tag 14 — Erste Mahnung mit Hinweis auf Verzugszinsen (§ 286 BGB: Der Schuldner kommt spätestens 30 Tage nach Fälligkeit automatisch in Verzug)
  4. Tag 30+ — Zweite Mahnung und ggf. weitere Aufträge bis zum Zahlungseingang aussetzen

Praxistipp: Nehmen Sie Ihre Verzugsregelungen in Ihren Vertrag und auf jede Rechnung auf. Prävention ist einfacher als Inkasso.

„30 Tage netto" vs. „Sofort fällig": Was ist besser?

Keine Variante ist pauschal „besser" — es hängt von Ihrer Situation ab:

  • Sofort fällig maximiert Ihren Cashflow, kann aber auf Auftraggeber fordernd wirken
  • 30 Tage netto ist professionell und branchenüblich, aber Sie warten länger auf Ihr Geld

Für die meisten Freelancer ist 14 Tage netto ein guter Kompromiss. Kürzer als 30 Tage, aber professioneller als eine sofortige Zahlungsaufforderung.

Gut zu wissen: Im deutschen Recht (§ 286 Abs. 3 BGB) gerät ein Geschäftskunde automatisch in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung zahlt — auch ohne Mahnung.