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Proforma-Rechnung: Definition, Einsatz und kostenlose Vorlage

Eine Proforma-Rechnung sieht aus wie eine Rechnung — ist aber rechtlich gesehen keine. Den Unterschied zu verstehen, bewahrt Sie vor Buchhaltungsfehlern und Missverständnissen mit Auftraggebern.

Was ist eine Proforma-Rechnung?

Eine Proforma-Rechnung ist ein vorläufiges Dokument, das einem Käufer vor Lieferung der Ware oder Erbringung der Dienstleistung zugestellt wird. Sie enthält:

  • Was geliefert bzw. geleistet wird
  • Die voraussichtlichen Kosten
  • Zahlungsbedingungen
  • Liefertermin bzw. Leistungszeitraum

Betrachten Sie sie als detaillierten Kostenvoranschlag im Rechnungsformat. Sie sagt „Das wird es kosten" — nicht „Sie schulden diesen Betrag."

Proforma-Rechnung vs. reguläre Rechnung

Proforma-RechnungReguläre Rechnung
ZweckKostenschätzung / AngebotZahlungsaufforderung
RechtsverbindlichNeinJa
ZeitpunktVor LeistungserbringungNach Leistungserbringung
Als Umsatz erfasstNeinJa
ÄnderbarJa, ohne EinschränkungNur per Stornorechnung/Gutschrift
Steuerlich relevantNein (kein Vorsteuerabzug möglich)Ja

Wann eine Proforma-Rechnung verwenden

1. Internationaler Handel

Proforma-Rechnungen sind im Import/Export-Geschäft Standard. Zollbehörden benötigen sie häufig, um:

  • Zölle und Einfuhrumsatzsteuer zu berechnen
  • Einfuhrgenehmigungen zu bearbeiten
  • Den deklarierten Warenwert zu prüfen

2. Auftragsbestätigung vor Projektbeginn

Senden Sie eine Proforma-Rechnung, wenn:

  • Ein Auftraggeber eine formelle Kostenaufstellung vor Beauftragung wünscht
  • Sie eine schriftliche Freigabe von Umfang und Preis benötigen
  • Das Projekt groß genug für ein formelles Angebot ist

3. Anzahlung sichern

Verwenden Sie eine Proforma-Rechnung, um eine Vorauszahlung vor Projektbeginn anzufordern. Nach Eingang der Anzahlung wandeln Sie sie in eine reguläre Rechnung um.

4. Interne Budgetfreigabe

Größere Unternehmen benötigen oft eine Proforma-Rechnung für die interne Budgetfreigabe, bevor eine Bestellung ausgelöst wird.

Was gehört auf eine Proforma-Rechnung?

Eine Proforma-Rechnung enthält dieselben Elemente wie eine reguläre Rechnung, ergänzt um:

  1. Kennzeichnung „PROFORMA-RECHNUNG" — Deutlich erkennbar, damit keine Verwechslung mit einer echten Rechnung entsteht
  2. Gültigkeitsdauer — „Dieses Angebot ist 30 Tage gültig"
  3. Alle Standardfelder — Absender, Empfänger, Positionen, Gesamtbeträge
  4. Allgemeine Geschäftsbedingungen — Leistungsumfang, Änderungsvorbehalte
  5. Voraussichtlicher Liefertermin — Wann die Ware/Leistung bereitgestellt wird

Proforma-Rechnung erstellen

Sie können eine Proforma-Rechnung mit InvoiceNeat erstellen, indem Sie „PROFORMA" in die Rechnungsnummer oder den Hinweisbereich einfügen:

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Beispiel einer Proforma-Rechnung

So sieht eine typische Proforma-Rechnung aus:

PROFORMA-RECHNUNG
PRO-2026-001

Von: Ihre Firma
An: Auftraggeber GmbH

Datum: 15. März 2026
Gültig bis: 14. April 2026

Beschreibung              Menge  Einzelpreis  Betrag
─────────────────────────────────────────────────────
Website-Entwicklung        1     5.000 €      5.000 €
SEO-Einrichtung            1     1.200 €      1.200 €
Content-Erstellung (10 S.) 10    150 €        1.500 €
─────────────────────────────────────────────────────
Nettobetrag                                  7.700 €
USt (19 %)                                   1.463 €
Bruttobetrag                                 9.163 €

Bedingungen: 50 % Anzahlung vor Projektbeginn.
             Restbetrag fällig bei Projektabschluss.
             Dies ist eine Proforma-Rechnung und
             keine Zahlungsaufforderung.

Proforma-Rechnung in endgültige Rechnung umwandeln

Sobald der Auftraggeber zustimmt und die Arbeit beginnt:

  1. Positionen und Preise beibehalten
  2. Dokumententyp von „PROFORMA-RECHNUNG" in „RECHNUNG" ändern
  3. Eine echte Rechnungsnummer vergeben (RE-001, nicht PRO-001)
  4. Datum auf das aktuelle Datum aktualisieren
  5. Zahlungsbedingungen und Fälligkeitsdatum festlegen

Häufige Fragen

Ist eine Proforma-Rechnung dasselbe wie ein Angebot?

Ähnlich, aber nicht identisch. Ein Angebot (Kostenvoranschlag) ist weniger formell und enthält möglicherweise nicht alle rechnungstypischen Details. Eine Proforma-Rechnung folgt exakt dem Rechnungsformat und lässt sich dadurch von der Buchhaltung des Auftraggebers einfacher verarbeiten.

Kann ich mit einer Proforma-Rechnung eine Zahlung einfordern?

Formal nein — sie ist keine rechtsverbindliche Zahlungsaufforderung. In der Praxis verwenden viele Unternehmen sie jedoch, um Anzahlungen anzufordern, mit der Vereinbarung, dass eine endgültige Rechnung folgt.

Brauchen Proforma-Rechnungen fortlaufende Nummern?

Ja, zur eigenen Organisation schon, aber sie sollten einen eigenen Nummernkreis verwenden (PRO- statt RE-), um Verwechslungen mit echten Rechnungen zu vermeiden.

Berechtigt eine Proforma-Rechnung zum Vorsteuerabzug?

Nein. Der Vorsteuerabzug ist ausschließlich mit einer ordnungsgemäßen Rechnung gemäß § 14 UStG möglich. Eine Proforma-Rechnung erfüllt diese Anforderung nicht.